Geboren als ein freiheitsliebender Mustang wuchs ich unter gut kontrollierten Bedingungen in einem geschützten und warmen Stall auf. Um mich herum waren andere wunderschöne Wesen, die sich an den Stall und die Box gewöhnt haben. Aber nicht nur das. Die Box wurde zum Leben, zum Sinn des Lebens. Unter uns gab es Gespräche über die Notwendigkeit zum Stall zu gehören, regelmäßig gefüttert zu werden und mitzuspielen. Nur wer in der Box ist und sich wunschgemäß verhält ist erfolgreich, lieb, ein gutes Pferd und so weiter. Also versuchte ich gar nicht erst auszubrechen und wurde sogar etwas ängstlich.

Als erwachsener Mustang spürte ich in meinem Wesen, das sich etwas regte. Es war Feuer, Rebellion, Freiheitsdrang und Mut. Ich wollte es erleben frei zu sein. Doch was ist das? Was bedeutet Freiheit? Haben wir denn nicht die beste Freiheit in der Box? 😉 Ich begann die Box zu bekämpfen. Jedes Mal, wenn mir jemand vermittelte das darfst du nicht, das sollst du nicht, so macht man das nicht, schlug ich mit meinen Hufen gegen die viel zu enge Box. Ich wollte nichts als raus.

Eines Tages bemerkte ich, dass die Box unversperrt war. Genau genommen war sie nie verschlossen und so spazierte ich gemütlich und selbstverständlich hinaus auf die Wiesen. Welch herrlicher Duft der Feiheit! Langsam begann ich zu traben und immer schneller zu werden. Ich wieherte vor Freude und Lebendigkeit und breitete meine bislang unentdeckten und unbenützten Flügel aus und flog. Ich flog zum Horizont und immer weiter und landete schließlich auf einer zauberhaften Insel, die man Big Island nennt. Ganz berauscht von dem herrlichen Befreiungserlebnis schaute ich mich dort um. So viel Schönheit, so viel Liebe, niemand der mich versucht in eine Box zu stecken, mich vor einen Karren zu spannen oder als Gefahr für die Menschheit weg zu sperren. Es schien fast als wäre es für die Menschen hier ganz normal, dass hier ein Pegasus landet. Sie begrüßten mich liebevoll und würdigten mich als das was ich bin. Nun bin ich schon zum 4. Mal aus dieser Zauberinsel und ich liebe es hier herumzufliegen, meine schwarzen Flügel auszuspannen und ein Leben als freier Pegasus mit Mustangnatur zu leben.

Eines Tages traf ich eine wundervolle Weise auf der Insel und sie sagte mir: „Du bist ein außergewöhnliches Wesen, so autonom und du musst frei sein. Lass dich niemals mehr in eine Box stecken, falle auf keine Verlockungen mehr herein jemals wieder eine Box als deine Welt zu akzeptieren. Du bist frei.“

Diese Geschichte ist eine kleine Metapher darüber was in den letzten 3 Jahren in mir geschah. Bis vor kurzem ging ich nach wundervollen Freiheitserfahrungen wieder in die Box zurück und versuchte so zu leben, wie es alle anderen tun. Ich lernte das Boxen 1×1 des Erfolges, das Boxen ABC des Unternehmertums und so weiter.

Jedes Mal wenn ich versuchte es anzuwenden, bekam ich Ausbruchsgefühle und war ein wildes Pferd in der Box. Ich bin unendlich dankbar, dass ich nun zutiefst realisiert habe, dass ich anders sein darf und muss. Ich darf mich leben auch wenn ich kaum andere Pegasusfreunde kenne, dafür aber eine Menge wunderschön Einhörner 🙂

Es gibt keinen Beruf und keine Berufsbezeichung für mich.
Es gibt keine Rolle und keinen Dauerposten für mich.
Nichts macht mich mehr glücklich als mich selbst in meiner Natur zu leben. So erhebe ich wieder meine Flügel und ziehe mit einem Freudenschrei in die Lüfte und lass mich vom Wind dorthin begleiten, wo ich weiter wirken darf.

Mahalo ihr wunderbaren Wesen!