Wie oft hatte und habe ich Situationen in meinem Leben erlebt, die mich herausforderten, lockten und provozierten meinen Unmut, meine Gefühle hemmungslos auszudrücken.

Wie oft habe ich mich danach geschämt, mich selbst schlecht gemacht oder den anderen für sein Verhalten verurteilt. „Hätte, täte, wäre, sollte…“, sind dabei meine Lieblingsworte gewesen.

Tipps um bei dir zu bleiben:

Heute, nach vielen Jahren der Arbeit an mir selbst, habe ich gelernt auch in heftigen Situationen bei mir zu bleiben. Aber wie geht das? Ist das überhaupt möglich?

Zuerst einmal ist es wichtig sich selbst zu fragen:

  • Ist es jetzt absolut wichtig, etwas zu antworten?
  • Verbessert meine Antwort die allgemeine Anspannung und Situation oder leitet sie zur Eskalation? Gieße ich Öl oder Wasser ins Feuer?
  • Möchte ich das?
  • Weshalb verspüre ich den Drang, jetzt sofort etwas zu entgegnen?

Und in der Reflexion etwas später:

  • Was genau verursacht den Schmerz in mir? Woher kenne ich das?

Unsere Reaktionen kommen, wenn sie schnell ausgedrückt werden, ausschließlich aus unserem Unbewussten. Der Löwe sieht, wie ein anderer Löwe sein Gnu wegnimmt und er fällt über den Gegner her.

Wie entstehen diese Reaktionen?

Der Schmerz kommt aus der frühesten Kindheit und wie wir reagieren, hängt auch davon ab, was unsere Eltern vorgelebt haben.

Wer kennt das nicht, ungerecht behandelt oder für die eigenen Gefühle bestraft worden zu sein?

Wenn wir erfahren haben, dass unser Selbstausdruck auf keine Gegenliebe stößt, dann werden wir uns in Zukunft auf die Zähne beißen und freundlich lächeln. Wenn unser Vorbild für Konfliktlösung ein Elternteil war, der sich lautstark verbal ausdrückte, kann es sein, dass wir entweder vor Angst kein Wort in Konfliktsituationen hervorbringen oder ebenfalls laut mit dem Gegenüber schreien oder zumindest Wortgefechte liefern.

Doch wie kommt man da raus, vor allem, wenn man gerne seine eigene Energie behalten möchte?

Jeder Konflikt, der nicht bewusst erlebt und durchlebt wird, kostet Energie. Wertvolle Lebensenergie, die dir dann fehlt, wenn du sie für deine Projekte und Visionen brauchen würdest. Erschöpfung ist ein guter Indikator für Energieverlust.

5 Schritte für die Konfliktregelung:

Und hier möchte ich gerne mit euch meine fünf Schritte für selbstbewusste Konfliktregelung teilen:

  1. Atme und atme und schweige, mindestens zwei Minuten BEVOR du irgendetwas zurück sagst und Konter gibst.
  2. Konzentriere dich auf jedes Wort das der andere sagt. Höre ihm genau zu ohne ihn zu unterbrechen. Da kannst du dann gleich noch mehr atmen 😉
  3. Spüre deinen Körper. Spüre deine Füße in deinen Schuhen und versuche deine Muskeln zu entspannen. Lass deine Schultern locker!
  4. Sag innerlich zu allem, was er dir sagt, nur: „Aha!“ Das hilft dir dabei, in keine Bewertung zu fallen. Aha, so sieht er XY. Aha das ist seine Sichtweise auf mich!
  5. Antworte nur, wenn es sich für dich in deinem Herzen gut anfühlt. Wenn du spürst, dass du in deiner Mitte bist. Sonst kannst du dir auch Raum verschaffen in dem du z. B. sagst: „Danke für deine Sichtweise. Ich werde nachfühlen und mich vielleicht später dazu melden, wenn es noch wichtig ist.“

Ich freue mich, wenn du es ausprobierst. Das Leben schenkt dir sicherlich genügend Situationen, in denen du üben und dich perfektionieren kannst. Eines Tages wirst du merken, dass du Menschen einfach reden lassen kannst und du ihnen ihre Sichtweise lassen kannst, während du ganz präsent bleibst. Dann hast du deine Selbstliebe gestärkt und bist in Liebe gewachsen. Was dann übrig bleibt, ist Dankbarkeit.

Noch ein Spruch dazu:
Nicht jeder Mensch muss damit einverstanden sein, was du machst und wie du lebst. Es reicht, wenn DU glücklich bist!

Alles Liebe für dich

… einfach weil du wundervoll bist!