Kennst du das, wenn dein Leben aus den Fugen zu geraten droht und der berühmte Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt?

Bei vielen Menschen ist das nicht mehr nur ab und zu der Fall, sondern hat sich mittlerweile als ein unangenehmer Dauerzustand breit gemacht. Kleinigkeiten können plötzlich unglaublich belastend empfunden werden. Emotionen kochen auf, ausgelöst durch Banalitäten. In diesen Situationen suchen wir, sofern wir noch die nötige Kraft haben, unsere Mitte, zumindest aber wünschen wir uns einen kleinen Schonraum, wenigstens für 5 Minuten, um wieder durchatmen zu können. Und weiter geht die Berg- und Talfahrt.

Was bringt Menschen dazu, sich selbst vollkommen zu vergessen?
Ihre Bedürfnisse dem „Wohl“ anderer zu opfern?
Ist es tatsächlich nur ihre Liebe oder liegt dahinter ein Hund begraben, der gar nicht gut riecht?

Wir haben schon früh gelernt, dass wir lieb und brav sein müssen, um geliebt zu werden. Für andere Dasein und sich um sie zu „kümmern“ sei edel, doch auf sich selbst zu achten ist egoistisch und selbstbezogen. Viele Menschen, die in sogenannten sozialen Berufen gelandet sind, weil sie so ein starkes Bedürfnis nach „Helfen“ ins sich tragen, haben zwar ein edles Motiv, aber agieren meist unbewusst ihre Kindheitsmuster aus.  Oftmals mussten sie sich als Kinder, um ein geschwächtes Elternteil oder Geschwister, Opa oder Oma kümmern, zumindest hatten sie Sorgen, dass dem Erwachsenen etwas zustößt. Sie gaben also bereits als Kinder alles, wozu sie fähig waren. Sie schlüpften dabei in unterschiedliche Rollen. Die Versorgerin, der Aufmunterer und Clown, die Fleißige, die, die niemanden zur Last fällt, die die alles checkt und im Griff hat usw.Diese Kinder gaben alles. Sie opferten ihre Autonomie, ihren Selbstbezug dem Familiensystem und nahmen die Rolle des Retters ein.

Ein Retter ist wie ein Held und Helden landen am Heldenfriedhof.
Erst wenn sie uns verlassen haben, werden sie dafür geehrt, dass sie sich selbst aufgegeben und geopfert haben.

Kinder, die dieses Muster frühzeitig leben, fühlen sich oftmals unbedankt. Sie geben alles was sie können und dennoch ist es nie wirklich ausreichend. Sie opfern der Außenwelt ihren Bezug zu sich selbst, schärfen ihre Sinne, um Wünsche von den Lippen abzulesen und zu erfüllen. Diese wunderbaren Menschen, die so ein großes Potential des Altruismus in sich tragen, verlieren sich selbst. Meistens landen jene, immer Gebenden und Gewährenden, irgendwann im Burnout oder in einer anderen Stresserkrankung. Da ich selbst zu jenen gehörte und dieses Thema für mich gut integriert habe, weiß ich, dass es einen Weg hinaus gibt. Ist der Stress auf dem höchsten Level, schreit die Seele nach Frieden und Stille. Wie oft wünschte ich mir in jenen Zeiten einfach nur Stille, dass keiner mit mir spricht und ich nicht antworten muss, wenn man mich was fragt. Ich versuchte damals mein Umfeld ruhig zu stellen, bat darum, dass man nur das Nötigste mit mir spricht, langsam spricht etc. Natürlich ging das nie auf. Wer Kinder hat, kennt die Realität.
Da Frieden und Stille im Außen unmöglich zu finden war, musste ich tiefer in mich gehen und in mir das suchen, was ich so sehr ersehnte.

Wie oft sehnte ich mich nach der berühmten Höhle im Himalaya, wo es niemanden anderen gibt. Wo ich einmal einen Gedanken von Anfang bis zum Ende denken kann, ohne ständig unterbrochen zu werden. Ein echter Luxus 🙂 Die Höhle ist eine nette Idee, aber nicht umsetzbar, wenn man sich für ein Familienleben entschieden hat.

„Also wie zum Kuckuck finde ich Frieden in mir, ohne gleich mein ganzes Leben aufzugeben?“, fragte ich mich immer wieder. In dieser sehr herausfordernden Zeit begann ich meine Energie und Aufmerksamkeit konsequent nach Innen zu richten. Wie mit einem unsichtbaren Detektor suchte ich in mir jene Stelle, die sich ruhig und still anfühlte, obwohl draußen ein 60-70 Stunden Arbeitsfeld zu bewältigen war und 4 Kinder ihre Mama wollten.
Ich wusste, dass ich jetzt meine ganze Selbstliebe zusammennehmen durfte, um mit dem Lebensfluss zu fließen und gleichzeitig in mir geankert zu sein, komme was wolle.
Dieser Abschnitt meines Lebens war besonders kraftvoll. Natürlich tauchte mich die Alltagswelle immer wieder mal unter oder die emotionalen Schaumkrönchen machten mir die Sicht unscharf, dennoch entwickelte sich hier in mir etwas, was ich heute „meine Fährfrau“ nenne. Eine Kraft, die stabil am Ruder steht und mit dem Wind und den Wellen segelt. Mittlerweile habe ich sogar Spass daran nass zu werden und auch mal kurz die Orientierung zu verlieren. Das Lachen ist wieder eingekehrt und die Leichtigkeit erfüllt wieder mein Wesen.

7 Schritte, die auch dir helfen können, wieder in deine Mitte zu kommen:

1.) Wenn du spürst, dass du zu rotieren beginnst, bleib stehen und atme bewusst tief ein und aus.
2.) Mache die Dinge, die zu tun sind langsam.
3.) Sprich langsam, gehe langsam und mache immer eines nach dem anderen.
4.) während du deinen Alltag lebst, spüre dein Innerstes, halte deinen Teil deiner Aufmerksamkeit nach Innen gerichtet und spüre dich. Durch dieses Wahrnehmen, kannst du rechtzeitig die Bremse ziehen, wenn die Situation aus dem Ruder zu laufen droht.
5.) Nütze die Zeit zwischen den Aktivitäten bewusst für dich. Vermeide alles, was dich weiter von dir wegbringt oder von dir ablenkt (Facebook zB).
6.) Unterbrich deine Routine. Manchmal, wenn man wie ein Duracellhäschen im Dauerlauf rennt, hilft eine „ungewöhnliche Handlung“. ZB wähle bewusst einen anderen Weg, wenn du deine Kinder abholst oder ins Büro gehst.
7.) Lerne gut auf dich zu schauen und zB auch mal einen Termin abzusagen oder zu verschieben, wenn es sich nicht gut und richtig anfühlt. Du musst nicht erst krank sein, um das tun zu dürfen.

Mit diesem Artikel möchte ich allen Menschen Mut machen, die sich gerade in diesem oder einem ähnlichen Ausnahmezustand befinden. Es gibt wunderbare Möglichkeiten zu dir zu kommen.
Eine der, für mich Wichtigsten, war meine Hinwendung zu mir, zu meinem vollkommen Wesen, der Fährfrau, die den Weg nach Hause kennt und das Ruder nicht mehr aus der Hand gibt. Diese Fährfrau wurde durch Dadashreeji erweckt. Ein Leben ohne innerer Verbindung zum Höchsten in mir, ist für mich heute nicht mehr vorstellbar. Es hat mein Leben gerettet. Das ist nicht theatralisch. Es ist für mich die Wahrheit.

Was ist dein Leben wert, wenn es nicht von dir und deinem Wesen gelebt und erfüllt wird, wenn du ein Mitsegler auf einem fremden Schiff bist und weit weg von deinem Kurs irgendwo strandest?
Wie erfüllend es ist, auf deinem Kurs zu segeln, die Reise zu genießen, zu wachsen und dein Lebensziel zu erreichen, erfährst du, wenn du dich für dich selbst entschieden hast. Dann wird deine Leben abenteuerlich schön.

Da dieser innere Frieden für mich zum Wertvollsten in meinem Leben zählt und ich letzten Sommer bei einem sehr tiefgreifenden und transformierenden Retreat als Teilnehmerin dabei war, das mich noch tiefer in mich hat einsinken lassen, möchte ich dich gerne dazu einladen. Diesmal werde ich als Speakerin mit dabei sein und darf Menschen in jenen Raum einladen, der so kostbar und süß ist.

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